Was war bzw. ist Dein schlimmstes Strickdesaster?

Ach was, Desaster würde ich das nicht nennen. Eher Lehrstück. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass rosa und flieder in Streifen meinen Formen nicht unbedingt schmeicheln und dass es lohnenswert ist, bei solchen Fragen auf den Gatten zu hören.

Es fragte das Wollschaf.

Die letzte Dienstagsfrage ist schon eine Weil her, dafür gibt es jetzt gleich zwei.

 Ganz oft muss ich bei der Hausarbeit ans Stricken denken. Ich lasse dann schon mal Fünfe gerade sein und setze mich aufs Sofa zum Stricken. Kommt das bei Euch vor? Oder ist Euch Eure Hausarbeit wichtiger?

Die Hausarbeit versuche ich möglichst zügig zu erledigen und vorallem auf das Notwendige zu beschränken. Will heißen: die Fenster werden geputzt, wenn sie schmutzig sind; ich sauge, wenn es fällig ist; und die Wäsche kommt in die Maschine, wenn der Haufen groß genug ist. Ich kann den Haushalt problemlos liegen lassen, nicht nur wenn ich stricken will. Das sieht der Gatte erfreulicherweise ähnlich.

Wann hast Du mit dem Stricken angefangen? Und warum?

Also, zuerst hat mir meine Oma das Häkeln beigebracht. Da muss ich noch im Kindergarten gewesen sein. Damit habe ich mich einige Jahre gut beschäftigen können: es entstanden Überdecken, Kissen und Teppiche für meine Barbies. Und natürlich Topflappen. Das erste Projekt waren Socken. Dann mussten für eine Schulafführung Stulpen her, die durfte ich sogar im Politikunterricht stricken, weil die Lehrerin damals für die Kostüme zuständig war. Und dann war erstmal Sendepause.

So richtig angefangen zu stricken habe ich erst als Teenie, als ich eine Schulfreundin meiner Mutter kennengelernt habe, die damals ganz tolle selbstgesponnene und -gefärbte Wolle verkauft hat (Leider hat sie sich inzwischen ganz auf die Stricknadelproduktion verlegt). Daraus musste ich unbedingt einen Pulli stricken! Der sollte für meinen damaligen Freund werden und ging total schief. Das heiß, er wurde viel zu groß. Selbst mein Vater ist darin versunken. Aber mit Fertigstellung des Riesenteils habe ich mich ohnehin von dem Guten getrennt und dann mit Freude geribbelt. (Reste von der Wolle habe ich übrigens immer noch.)

Danach habe ich sehr sporadisch mal Socken gestrickt und schließlich ein Paar Handschuhe für den Gatten (die ungefähr zwei Jahre gebraucht haben). Bis ich in irgendwelchen Ferien in Haßfurt in den Wollladen geraten bin und einfach so ein Knäul Sockenwolle und ein Nadelspiel gekauft habe. Daraus habe ich dem Sohn das erste Paar Socken gestrickt. Dann habe ich bei Google mal stricken als Suchbegriff eingegeben … Naja, wie es dann weiterging, sieht man ja hier.

Und warum? Tja. Wenn man immer nur mit dem Kopf arbeitet braucht man vielleicht einen gewissen 'handwerklichen Ausgleich'. Keine Ahnung. 

Seit langem mal wieder ein Dienstagsfrage:

Gewährst Du mir einen Blick in Deinen Strickkorb? Was befindet sich darin?

Strickkorb

Oben drauf liegen die neu erstandenen Sockenwollknäul und die angefangene Geburtstagssocke. Das rote darunter ist ein Teil meines aufgeribbelten Leggero-Kapuzenpullis und weiter hinten sieht man das Alpaka-Ewigkeitsprojekt (wegen des dünnen Garns) und blaues Baumwoll-Garn für einen Pullunder für den Sohn. Nicht sehen kann man diverse einzelne Knäul und Teile, die seit ewigen Zeiten darauf warten, geribbelt und zu Neuem verarbeitet zu werden. Außerdem stecken noch einige Stricknadeln drin, die ich zum Maschenproben gerade gebraucht bzw. beim Aufräumen rein geschmissen habe.

A propos Aufräumen: in der Regel liegt ein Großteil des beschriebenen Inhalts in der Wohnung herum, weil ich irgendwo daran herumgestrickt oder sonst etwas damit angestellt habe. Über Karneval ist hier allerdings mal anständig für Ordnung gesorgt worden und deswegen befindet sich alles brav im Korb. Noch.

Was ist dein größter Stricktraum? Und warum hast du ihn noch nicht realisiert?

Tja. Es gibt da einen Strickmantel von Debbie Bliss. Den hätte ich schon wahnsinnig gern. Aber: erstens bräuchte ich für das Teil mindestens eine Ewigkeit und zweitens würden mich vermutlich die Materialkosten ruinieren. Später vielleicht mal …

Das Titelmodell von Book 6 ist übrigens auch nicht übel. Fällt allerdings aus den gleichen Gründen flach.

Es fragt das Wollschaf am Mittwoch.

Nehmen wir an: Du bist in einer dir fremden Stadt, in der du dich nicht auskennst, zu Besuch oder im Urlaub. Und du hast leider dein Strickzeug daheim vergessen. Was tust du?

Nichts. Erstens wird das kaum vorkommen und zweitens stricke ich im Urlaub erfahrungsgemäß eh nicht viel. Es wäre also zu verschmerzen. Und falls ich unterwegs an einem Wollladen vorbeikomme, gehe ich sowieso rein. Auch wenn ich mein Strickzeug dabei habe. Smiley 

Blöd wäre es nur, wenn ich meine Schwägerin besuche. Da stricke ich nämlich zeimlich viel. Aber in Unterfranken habe ich schon einige Wollquellen aufgetan. Ich könnte für Ersatz sorgen … 

Mit welcher Woll-/ Nadelstärke strickst du am liebsten und warum? Oder ist dir das egal?

Ich stelle fest, meine Nadeln werden dünner - mal abgesehen von den Nadelspielen für Socken. Inzwischen benutze ich sogar Stärke 3,5. Interessanterweise lande ich bei ganz vielen Maschenproben bei Stärke 5. Die benutze ich eigentlich auch am liebsten, die Nadeln liegen gut in der Hand, ich komme einigermaßen zügig voran und zu dick wird es auch nicht.

Es fragte das Wollschaf.

Gruselfaktoren - gibt es das bei dir beim Stricken? Sträuben sich die Nackenhaare, wenn du Mohairgarn verstricken musst? Oder kannst du Bambusnadeln nicht anfassen? Spinnen in der Garnschublade? Oder was gibt es sonst noch, was dich das Fürchten lehrt? [sorry, zu viele Gruselschocker über Ostern im TV ;-)]

Es gibt da so Dinge … Mohairgarn ist kein Problem, solange es nicht allzusehr fusselt. Das ist dann auch nicht gruselig sondern eher nervig. Aber Kunstfasergarn - das aus den großen Knäulen - iiiiiiieh nee. Und wenn es dann auch noch auf den Nadeln quietscht, krieg’ ich echt Zahnschmerzen.

Und Plastiknadeln sind auch nicht meins. Ich habe da zwar ein Nadelspiel von meiner Großtante, das ich tatsächlich benutze, aber sonst finde ich die Dinger ziemlich unangenehm. Die können auch bei reiner Wolle quietschen …

Spinnen sind allerdings kein Gruselgrund. Da bin ich relativ unempfindlich. Zumindest bis zu einer gewissen Größe. Die, denen wir in der Auvergne begegnet sind, waren schon grenzwertig.

Es fragte das Wollschaf.

Erstaunlich übrigens, welche Uhrzeiten bei den Kommentaren beim Wollschaf stehen … 

Wie sehen deine Aufzeichnungen für Strickprojekte aus? Strichliste, Tabellenkalkulation, Skizzen? Oder notierst du gar nichts?

Nachdem ich jahrelang alles auf Zettel, Briefumschläge und sonstigen Kleinkram geschrieben habe, der regelmäßig verloren ging, habe ich mir jetzt ein offizielles Notizbuch zugelegt. Darin gibt es Skizzen für ‘überarbeitete’ Schnitte mit den Maßen, Stichworte für Zu- und Abnahmen und alles sonst, was ich mir überlegt habe und mit Sicherheit nicht merken kann.

Die Strichlisten sind durch Markierungsfäden ersetzt worden, das ist weniger fehleranfällig. Tabellenkalkulation war bisher allerdings noch nicht nötig. Smiley

Es fragte das Wollschaf

Was war das kleinste und das größte Stück, das du bisher gestrickt hast? Wo sind für dich die Grenzen?

Das kleinste Ist eindeutig eine Frühchensocke gewesen. Was für ein Gefummel! Und das größte bisher von mir fabrizierte Stück war der erste Pullover, den ich für meinen damaligen Freund gestrickt habe. Da war ich 18. Als er fertig war, konnte man schon ahnen, dass er etwas überdimensioniert geraten war. Ohnehin war ich quasi mit der letzten Masche auch mit dem Mann fertig (das scheint öfter vorzukommen - vielleicht bleibe ich bei meinem Gatten doch lieber bei Socken ????). Dann wollte ich das Teil meinem Vater unterjubeln - schließlich war es ja ein Haufen Arbeit gewesen, mal ganz abgesehen von der teuren Wolle - aber selbst er ist in Wollbergen versunken. Smiley Also wurde aufgeribbelt und erstmal eingelagert. Die letzten Reste habe ich für meinen Poncho verbraten …

Ich habe nicht vor jemals etwas kleineres oder gar größeres als diese Dinger zu stricken. Eine Decke? NIE IM LEBEN !!!!! 

Es fragte das Wollschaf

Es ist Dienstag …

8. Februar 2005

Die verstrickte Dienstagsfrage - Woche 6/2005
An jedem größeren Strickstück gibt es ja die berüchtigten Totpunkte - der zweite Ärmel zum Beispiel :-) Wie motivierst du dich durchzuhalten?

Tja. Totpunkte erreiche ich immer dann, wen irgendwas schief geht und ich beispielsweise etwas Angefangenes wieder auftrennen muss. Da hilft eigentlich nur treten … Ansonsten ist das gar nicht so schrecklich nötig. Wenn etwas gut klappt und sich schön stricken lässt, will ich es auch möglichst bald fertig kriegen, erst recht, wenn es ein Teil für mich ist.

Bei Socken bemühe ich mich, erstmal den zweiten eines Paares fertig zu machen, bevor ich ein neues anfange. Bis jetzt sind auf diese Weise alle Paare auch fertig geworden.

Es fragte das Wollschaf